Fleischer sein macht Spaß

Der Fleischtresen mit Geflügel, Lamm, Schweinefleisch, etlichen Steaksorten und vielen verschiedenen Spezialitäten sieht verlockend aus. „Den habe ich heute Morgen zusammen mit meinem Chef eingeräumt. Das dauert etwa eineinhalb Stunden. Manchmal bin ich auch schon ganz allein zuständig.“ Sven Manuel Meyer weiß, was er kann, und zeigt sich selbstbewusst. Der 21-Jährige ist im dritten Lehrjahr und wird im August seine Prüfung absolvieren. „Das wird schon. Ich tue ja auch etwas dafür. Schule war erst ein Problem, inzwischen haben sich die Noten mit ein bisschen Nachhilfe verbessert.“ Sein Chef, Fleischermeister Radoslav Brzezinski, ist begeistert von seinem Schützling: „Ich bin hier seit 13 Jahren, und er ist bisher der beste Azubi. Er zeigt viel Einsatz und ist ein Verkaufstalent.“ In der Tat: Alle Kunden, die kommen, berät Sven Meyer gut gelaunt, empfiehlt Minutensteaks, wenn es schnell gehen soll, schwärmt von besonderen Spezialitäten oder gibt Tipps für einen sommerlichen Salat mit Rindfleischstreifen. „Ich bin rundum zufrieden bei famila“, schwärmt der blonde junge Mann, der viel Sport treibt, sich mit Freunden trifft und gern essen geht. „Ich habe neben meiner Ausbildung genug Freizeit, und wenn ich mal Spätschicht von 12 bis 20 Uhr habe, gehe ich mit Freunden halt frühstücken.“ Dennoch entscheiden sich nur sehr wenige junge Leute für eine Fleischerlehre. „Ich glaube, vielen ist nicht beknnt, wie vielseitig sie ist – mit der Produktion, dem Vorbereiten, dem Kundenkontakt“, sagt Gerald Watson, Fleisch-Fachberater bei famila. Die Ausbildung bei famila ist bewusst verkaufsbetont. Es wird zwar Fleisch zerlegt und geschnitten, aber keine ganzen Tiere auseinandergenommen. Sven Meyer zumindest hat seinen Traumjob gefunden. „Ich will hier bleiben, zunächst ein paar Jahre als Geselle arbeiten und dann noch meinen Meister machen.“ Die Aussicht, dass famila diese Weiterbildung voll finanziert, findet der Kieler natürlich ganz wunderbar.