Das Lager ist ihr Reich

Das „Küken“ im gesamten Zentrallager der Bela in Neumünster? Sarah Mohr lacht, und ihr blonder ferdeschwanz wippt hin und her. „Das kann sein, aber beim Umgang mit dem Handstapler merkt man das nicht.“ Kein Wunder, dass ihr das Gefährt liegt, denn zu Hause sitzt sie gern mal auf dem Trecker. Sarah hat im vergangenen August nach ihrem Hauptschulabschluss mit der Ausbildung zur Fachlageristin begonnen. „Ich hatte erst ein Praktikum hier bei der Bela gemacht.“ Abteilungsleiter Carsten Fischer hakt ein: „Und da haben wir uns schon gedacht: Wenn wir dieses Mädchen nicht nehmen, dann sind wir selbst schuld. Sarah ist offen, umsichtig und sofort zupackend.“ Und so ist das Zentrallager von Bartels-Langness nun das zweite Zuhause der Neumünsteranerin. 36 Gänge, zehn Meter hohe Regale, Ware ohne Ende: Sarah muss hier den Überblick bewahren und mit dem Flurförderfahrzeug Aufträge kommissionieren. Außerdem sorgt sie dafür, dass immer ausreichend Ware in den Kommissionsfächern ist und führt Hygienekontrollen sowie Bestandsprüfungen durch. Später wird sie noch in die Büroarbeit eingewiesen. „Und zur Berufsschule gehe ich natürlich auch, lerne Mathe, Englisch, Lager oder Wipo.“ Nach zwei Jahren darf sie sich dann Fachlageristin nennen. Im Anschluss hat sie die Möglichkeit, ein Jahr für die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik anzuhängen. Eintönig findet die Jugendliche ihren Job ganz und gar nicht, und auch Carsten Fischer bestätigt, dass keine Langeweile aufkommt: „Wir bieten immer wieder unterschiedliche Aufgabenbereiche und wechseln durch.“ Nun ist erst einmal Mittagspause, und Sarah stärkt sich mit ihren – überwiegend männlichen – Kollegen in der schönen Kantine des Unternehmens. Fröhlich ist sie und bringt viel Motivation mit. „Ich bin echt glücklich mit meinem Job hier und möchte mit niemandem tauschen.“ Nach Feierabend geht sie häufig reiten – eine weitere Leidenschaft neben dem Job und dem Treckerfahren.