Azubis auf dem Biohof

Der Misthaufen riecht ein wenig streng, die weißen Turnschuhe der 30 Azubis sehen auch nicht mehr taufrisch aus. „Das hier ist der Mist vom Vorjahr“, erklärt Betriebsleiter Arne Harms den Jugendlichen. „Er ist in unserer Kreislaufwirtschaft extrem wichtig. Alles kommt als Dünger wieder auf die Felder.“ Ein Stückchen weiter stehen Rinder auf saftigen Wiesen, und die Sauen wälzen sich mit Genuss in den großzügigen Boxen. „Die Ferkel bleiben lange bei der Sau und bekommen Muttermilch. Das ist schon besonders bei einem Demeterbetrieb.“ Demeter und Bio: Genau darum geht es bei dieser Führung über den Betrieb der Hofgemeinschaft Weide-Hardebek mitten in Schleswig-Holstein. „Unsere Auszubildenden lernen etwas über die Herkunft der Produkte, werden sensibilisiert und können am Ende die Waren mit Überzeugung verkaufen“, so Andreas Findeisen, famila-Warenhausleiter in Kaltenkirchen. Er hat diese Führung mitorganisiert – natürlich auf einem Hof, dessen Produkte auch bei famila in Kaltenkirchen angeboten werden. Auf dem Demeter-Betrieb werden Kühe mit dem eigenen Heu gefüttert. Es gibt umfangreiche Kontrollen, viele Maßnahmen zum Tierschutz, strenge Richtlinien. Die Auszubildende Sandra Segbaya ist beeindruckt von dem Hof, von den vielen verschiedenen Gemüsesorten und von dem Kleegras, das extra gesät wird, um die Böden zu optimieren. „Es ist spannend, den Unterschied zwischen konventionellen Produkten und Bioprodukten zu sehen“, sagt sie. Die jungen Leute lernen an  diesem Tag auch verschiedene Biokäsesorten kennen und erfahren etwas über spezielle Hygienevorkehrungen. Niklas Hartl, Auszubildender aus Elmshorn, zieht am Ende des Tages sein persönliches Fazit: „Bio und Demeter sind hochspannend, alles ist hier Handarbeit. Ich werde jetzt selbst auch mal öfter zu diesen Produkten greifen.“